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2008

Dingen, die mit Vorschußlorbeeren versehen werden, sollte man grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen, und zwar im positiven wie im negativen Sinne. So geschehen mit dem Jahrgang 2008 in Bordeaux.

 

Als es im August des vergangenen Jahres nicht mehr aufhören wollte, zu regnen, waren alle Kritiker und Skeptiker bereits auf dem Plan, den Jahrgang schlecht zu reden. So ist das nun einmal in der heutigen Zeit, positive Nachrichten werden aus den Medien verbannt. Schließlich glaubte man das Desaster selbst, und auch unser alljährlicher Besuch während der Lese ließ einem nicht gerade in selbstsichere Augen blicken, obwohl das Wetter grundsätzlich vielversprechend war. Sicherlich war der September exzeptionell, aber wie viel konnte der überhaupt noch retten? Die Bordelaiser, nicht gerade dafür bekannt, über einen Mangel an Selbstsicherheit zu verfügen, redeten den Jahrgang aber zunehmend besser und besser, so richtig ernst nahm diese Kommentare niemand.

 

Die Verkostungswoche Anfang April, wie immer gekonnt deckungsgleich mit der Prowein in Düsseldorf und der Vinitaly in Verona organisiert, zeigte dann aber das wirkliche Potential des Jahrganges. Viele Winzer sprachen von einem Jahrgang, den sie selbst immer noch nicht verstehen. Im August hatten sie noch mit Fäulnis zu kämpfen, doch dann kam nur noch Sonne, perfekte Temperaturen, ein Indian Summer, wie im Bilderbuch. Spricht man in einem normalen Jahrgang von 100 Tagen Hängezeit der Trauben, waren es in diesem Jahr in der Spitze über 150 Tage. Gut drainierte Böden und späte Lese waren das Erfolgsgeheimnis. Die Top-Ratings blieben denn auch nicht aus, wobei Parker in diesem Jahr die mit Abstand allerhöchsten Bewertungen publizierte. Bei manchen Gütern fragt man sich nicht ohne Grund, wer hier was verkostete. Da aber Parker den Markt macht, ist es müßig, darüber zu argumentieren. Viele gute und auch sehr gute Weine waren auf jeden Fall dabei in diesem Jahr. Und nun, nachdem alle Arten von Spekulationen über die Preise auch Makulatur sind, liegt Ihnen eine Subskriptionsofferte vor, die seit langem nicht mehr so interessante Preise beinhaltet hat…wäre da Parker nicht Ende April rausgekommen. Dies nämlich veranlasste viele Güte, die ersten Tranchen zu kürzen oder einen größeren Schluck, als ursprünglich geplant, aus der Pulle zu nehmen, dennoch: 2008 bleibt ein klarer Kauf. Wir sehen den Weinmarkt gerade wieder anspringen, und prognostizieren, dass vergangene Niveaus wieder schneller erreicht werden, als von so manchem prophezeit. Bereits jetzt ziehen die Preise schon wieder an.