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Weihnachtstasting 2016
24.12.2016

 

 Kampenwand im Winter

Wenn die Schneesituation auf unserem geliebten Hausberg, der Kampenwand, auch am 10.12.2016 nicht ganz diesem Foto entsprach, so vermittelt es trotzdem mehr den Rahmen zu einem Weihnachtstasting. Wie die vergangenen acht Jahre, dies war unser neuntes Weihnachtstasting, war unser Partner MERCEDES-AMG wieder zuverlässig, sicher, luxuriös und vor allen Dingen standesgemäß mit 2 Shuttle-Fahrzeugen MERCEDES AMG S63 vertreten. Wer sonst shuttelt seine Probenteilnehmer derart perfekt vom und zum Flughafen! Vielen Dank hierfür an MERCEDES-AMG und unsere beiden Lieblingsfahrern Sebastian Steidinger und Claus Köhler. Erstmalig arbeiteten wir auch mit unserem befreundeten Unternehmen Käfer aus München zusammen. Eine hochkarätige Käfer-Abordnung war bereits ab dem frühen Morgen hinter den Kulissen zu Gange und bereitete einen grandiosen Abend vor.

 Flight 1

FLIGHT 1


Wir
 starteten zum Einkalibrieren mit drei Weinen aus dem grandiosen Jahrgang 1990. Oft vergessen, auch dieser Jahrgang ist bereits 26 Jahre alt! Der 1990 DOMINUS wurde dann auch folgerichtig von allen Teilnehmern als Bordeaux erkannt, nur leider einer aus Kalifornien. Ein genialer Wein, der seine 98 Parker Punkte ganz locker verdient und seit mindestens 15 Jahren auf diesem Niveau große Trinkfreude bereitet. Daneben eine Wein-Ikone, der von Parker mit 100 Punkten bewertete 1990 CHATEAU BEAUSEJOUR DUFFAU LAGAROSSE. Beide Flaschen dieses Weins sehr verschlossen und zurückhaltend, nicht mehr diesen jugendlich ungestümen Sex-Appeal zeigend, dafür mit Tiefgang, Komplexität und enormem Potential ausgestattet. Dann kam mit dem 1990 GUIGAL LA MOULINE eine 'Süßwaffe'. Was für ein genialer Cote Rotie! Die 99 Parker Punkte kann man hier getrost auf 100 hochschrauben. Diese enorme Fruchtsüße und Länge und Komplexität. Hätten wir im Vorfeld gesagt, dass ein Kalifornier mit in diesem Flight ist, es hätten wohl alle auf den Guigal getippt. Die Käfer-Mannschaft servierte hierzu ein gebeiztes Hirsch-Tatar, Kürbischutney und ein Bio Ei im Brioch-Knuspermantel. Es konnte so weitergehen, und das ging es...


 

 

FLIGHT 2

Ein 78er Flight stand an, und der hatte es in sich: Ein 1978 PAUL JABOULET AINE HERMITAGE LA CHAPELLE mit 100 Parker Punkten, daneben ein 1978 CAYMUS CABERNET SAUVIGNON SPECIAL SELECTION mit 98 Parker Punkten und ein 1978 BRUNO GIACOSA BAROLO RISERVA SPECIALE COLLINA RIONDA mit ebenso 98 Parker Punkten. Gleich einmal vorneweg, niemand erkannte auch nur ansatzweise den Jahrgang. Alle drei Weine, auch der GIACOSA zeigten derart dunkle Farben, das es einfach nicht möglich war, über die Farbe auf das Alter - nahezu 40 Jahre - zu kommen. Der LA CHAPELLE startete relativ verhalten, sogar ein klein wenig staubig und muffig, legte aber dann derart zu, würde süßer, komplexer, strukturierter und schöner, dass man hier unbedingt zum Dekantieren raten muß. Ein großer Wein, wenngleich vielleicht die 100 Punkte und der enorm hohe Preis etwas mehr versprechen als man im Glas hat. Dann für uns zumindest der Wein des Flights. Auch der CAYMUS startete verhalten, schoß dann aber derart aus den Startblöcken, dass einem die kalifornische Sonne im Herzen aufging. Ein unglaublicher Wein, der jetzt getrunken werden sollte, da er perfekt ist. Der GIACOSA brauchte am Längsten, um sein Potential zu zeigen. Die dunkle Farbe ließ keinesfalls auf einen Barolo schließen. Doch die eher trockene Gaumenstruktur brachte den einen oder anderen Freak ins Piemont, niemand jedoch in das Jahr 1978. Der Donauzander mit Zuckererbsen und Blaukrautsaft harmonierte durch die Süße sehr schön mit den Weinen, am besten sicherlich mit dem CAYMUS. 

 Flight 3

FLIGHT 3

Was jetzt kam, mußte einfach kommen. Wir hatten uns so lange auf diesen Flight gefreut, so lange darauf hingesammelt, gehofft und gebangt, dass die Flaschen sich in gutem Zustand zeigen würden und im Vorfeld alle Anwesenden um Andacht, Respekt und Würde den Weinen gund diesem Flight egenüber gebeten. Wir hatten nichts Geringeres, als die 5 Siegerweine des PARIS WINETASTINGS aus dem Jahr 1976 im Glas, und zwar genau 40 Jahre danach. Viele haben diesen Flight im Jahr 2016 wiederholt, niemand jedoch den Original-Flight mit den Original-Jahrgängen. Das, behaupten wir mit viel Stolz, gibt es nur auf einem UNGER WEINE WEIHNACHTSTASTING! 
1. 1973 STAG’S LEAP WINE CELLARS CABERNET SAUVIGNON
2. 1970 CHATEAU MOUTON-ROTHSCHILD
3. 1970 CHATEAU MONTROSE
4. 1970 CHATEAU HAUT BRION
5. 1971 RIDGE CABERNET SAUVIGNON MONTE BELLO

„Legendär ist die große Blindprobe, die der englische Master of Wine Steven Spurrier am 24. Mai 1976 in Paris veranstaltete. Als „Judgement of Paris“ ging diese Probe in die Geschichte ein und veränderte die Weinwelt nachhaltig. Eine hochkarätig, mit großen Namen aus der französischen Weinwelt besetzte Jury verkostete damals blind kalifornische und französische Weine gegeneinander. Sowohl bei den Chardonnays als auch bei den Rotweinen hatte Kalifornien eindeutig die Nase vorn.“ Die Chardonnays hatten wir bereits einmal gegeneinandergestellt, auch einen 1973 Montelena Chardonnay bekommen Sie nur bei UNGER WEINE zu verkosten. Doch zu diesem Flight. Wie bereits bei den vorherigen Flights zeigten sich alle Weine in 'pristine condition'. Die Farben waren wiederum unglaublich dunkel. Das hätten wir niemals erwartet. Eine weitere Quintessenz aus diesem Flight: Kaufen Sie großer 70er Bordeaux! Die Kalifornier bekommen Sie ohnehin nirgends mehr. Alle 3 Bordeaux aber waren so irre gut und solo getrunken jeder für sich eine Offenbarung, dass wir unsere Augen danach offen halten werden. Der Stags Leap hätte in diesem Flight sicherlich nicht mehr die erste Position besetzt, zeigte aber diese schöne Kali-Reife und Kali-Süße. Ein ganz feiner 73er, der für diesen Jahrgang als durchaus groß zu sehen ist, berücksichtigt der Tatsache, dass es der erst zweite Jahrgang dieses Weingutes überhaupt ist, ein irres Resultat. Angesichts des exorbitant hohen Preises hätte man sich aber ein 100 Punkte Erlebnis erhofft. Trotzdem war es mit Abstand der rarste Wein in diesem Flight, wenn nicht des gesamten Tastings. Dann kam dieser unglaubliche MOUTON aus der Magnum. Minze wie bei einem Kalifornier, ein super Wein und ein super MOUTON ROTHSCHILD, der jeden Cent wert ist. Die nächste Überraschung: Der 70er MONTROSE! Heidiwitzka, was für ein Traumwein. Den hatten wir noch nie so gut getrunken, kürzlich immer wieder einmal den 75er, aber 1970 MONTROSE sahen wir eigentlich auf dem Weg des Veranschiedens - von wegen. das waren locker 94 Punkte oder mehr. Der 1970 HAUT BRION jedoch kalibrierte die beiden anderen Bordeaux ein. Das ist Bordeaux at its best. Ein ganz großer Premier Cru aus einem Jahrgang, über den praktisch keiner spricht. Jede Flasche kaufen!!! Und nun kam, was kommen mußte: Der 71er Ridge Monte Bello, den wir jetzt auf Platz eins gesehen hätten. Kalifornien, kalifornien, Kalifornien, Minze, Süße, Sex-Appeal, Länge, Druck. Alles was das Herz begehrt, ein fantastischer Wein, der uns auf das irgendwann einmal stattfindende Monte Bello Tasting in erheblich Vorfreude versetzte. Alles in allem ein grandioser Flight, der dem einen oder anderen einen Schauer auf den Rücken jagte. Once in a lifetime! Wir haben es erlebt und das mit perfekten Flaschen, vielen Dank! Käfer zauberte dazu Ravioli von Büffelricotta mit Pinienkernen und weißem Alba Trüffel.

Max Riedel machte uns mit seiner Aussage: 'Nach diesem Flight ist die Probe eigentlich schon bezahlt' ein großes Kompliment, vielen Dank!

 Flight 4

FLIGHT 4

CASTILLO YGAY brachte ja erst vor kurzem seinen 1986 MARQUÈS DE MURRIETA CASTILLO YGAY BLANCO GR. RES. ESPECIAL auf den Markt, der dann auch prompt in Parkers WINEADVOCATE 100 Punkte erhielt. Was lag näher als nach 2 standesgemäßen Partnern Ausschau zu halten, die wir dann in 1985 CHATEAU HAUT BRION BLANC (THE WINEADVOCATE 98 Punkte) und 1985 CHATEAU LAVILLE-HAUT-BRION BLANC  (THE WINEADVOCATE 93) bei uns im Keller fanden. Um beiden eine bessere Chance gegen den offensichtlich überirdischen weißen Spanier zu geben, wählten wir Magnumflaschen. Und los ging es: So etwas aber hatten wir weder erwartet noch bis dato getrunken. Der YGAY war derart jung und frisch und saftig, dabei aber fein, hell in der Farbe und nahezu filigran, dass einem die Spucke wegblieb. Hallo! Das sollte ein 30 Jahre alter Weißwein aus Spanien sein...? Beeindruckend zu sehen, wie präzise dieser Wein strukturiert ist. Da war von nichts zu viel, von nichts zu wenig, alles in perfekten Proportionen, wie mit der Pipette austariert, ein Wahnsinnsstoff, für viele weitere Jahre gemacht. Um den weiteren Fortgang dieses Flights gleich klarzurücken. Der LAVILLE ließ dem HAUT BRION BLANC nicht den Hauch einer Chance. Heller in der Farbe, frischer, mit mehr Säure und Ausdruck, eine ganz andere Liga. Wir sahen die Bewertung genau anders herum, 98 für den LAVILLE, und 93 für den HAUT BRION BLANC. Beide 85er aber zeigen, dass diese weißen Bordeaux enorm gut altern können, hat man perfekte Flaschen aus großen Jahrgängen. Die Käfer-Mannen und charmanten Damen servierten sautierten Main Lobster mit Papaya und grünem Spargel. Alles in allem ein super Flight, der frisch und Lust auf Neues machte.  

 Flight 5

FLIGHT 5

Wie er es nur wissen konnte? Neulich auf unserem Mondavi Tasting kam Herr ..., ein langjähriger und wertgeschätzter Kunde auf uns zu und meinte, dass doch der 86er Penfolds Grange 20 Punkte von Rene Gabriel hätte und man den doch durchaus in das Weihnachtstasting einbauen könne. Da stand aber der Flight bereits und zwar angesichts der '6'. Wir wollten drei Jahrzehnte PENFOLDS GRANGE HERMITAGE nebeneinander stellen, der jüngste sollte 1986 sein. Vor uns also PENFOLDS GRANGE HERMITAGE 1966 - 1976 - 1986. Wer hat so etwas schon im Keller? Wenn es einen Weinhimmel auf Erden gibt, dann hatten wir den vor uns im Glas. Dieser 66er GRANGE, sage und schreibe 50 Jahre alt, war derart beeindruckend und fein, das man eigentlich nichts dazu schreiben müßte. Cappuccino, Minze, Kakao und eine Farbe wie ein 2000er, ein grandioser Wein, der mittlerweile nur leider nicht mehr bezahlbar ist. Der 1976 GRANGE unterschied sich von der Farbe nur marginal vom 66er, hätte aber unbedingt dekantiert werden müssen. Ein großer Jahrgang, jetzt absolut auf dem Punkt, der aber sicherlich nicht das Potential für weitere Dekaden hat. Am Gaumen konnte er beim 66er und insbesondere ungestümen 86er nicht ganz mithalten, wir sprechen aber über ein Niveau, auf dem es leicht fällt sich zu beschweren. Der 1986 GRANGE ist ein Urgestein von einem GRANGE. Was für ein Elixier mit schierer Konzentration, ausgestattet mit allem, was Rotwein an Aromatik zu liefern imstande ist. In der Summe eine beeindruckende Serie, die zeigt, wie schön diese Weine reifen können, und welch unglaubliches Potential australische Weine haben. Wir genossen dazu Medaillons vom bretonischen Steinbutt mit Schwarzwurzeln und flüssigen Hokkaidokürbis, ein warhafter Gaumenschmaus.

 Flight 6

FLIGHT 6

Diesen Flight kann man so oder so sehen: Schade, nicht im Jahr 1966 gebohren zu sein, oder ein Traum für all diejenigen am Tisch, die in 1966 gebohren sind. Wir hatten drei 66er Jahrgangs-Champagner als Refresher angestellt. 1966 DOM PÈRIGNON, 1966 TAITTINGER COMTES DE CHAMPAGNE und 1966 DOM RUINART BLANC DE BLANCS. Nur, das waren alles andere als Refresher, das waren drei unglaublich große 50 Jahre alte Champagner-Ikonen. Da sag mal einer DOM PERIGNON lebt nur vom Namen. Dieser 66er war an Perfektion und Feinheit, Süße, Karamell und Länge fast nicht zu toppen. Was für ein tolles Erlebnis. Wir hatten zwei absolut perfekte Flaschen davon. Der COMTES DE CHAMPAGNE war mit dem Jahrgang 1966 eine Weltsensatin bei uns am Tisch, der allererste Jahrgang dieser Prestige-Cuvee! COMTES DE CHAMPAGNE war feiner und filigraner als der DOM. In der Farbe noch einen Tick jünger, auch in der Aromatik noch etwas präziser und feiner gearbeitet, ohne jedoch an Länge und Power auch nur den leistesten Zweifel aufkommen zu lassen. Der RUINART war ebenso grandios, vielleicht ein klein wenig einfacher gestrickt, aber auch dessen Ausstrahlung und Komplexität einfach zum Niederknien. Übrigens auch beim RUINART war die Farbe so unglaublich jugendlich, dass man fast am Alter zweifeln wollte. Das war ein wirklich herausragender Flight ganz großer Champagner, die einem verstehen lassen, warum viele Freaks so auf alte Champagner schwören, wir übrigens auch. Die Wachtelbrust aus dem Heu mit Topinambur hätte sich kein besseres vinologisches Umfeld wünschen können. 

Flight 7 

FLIGHT 7

Wir hatten angedroht, etwas zu verkosten, was definitiv noch niemand zuvor in dieser Form veranstaltet hatte. CHATEAU MALARTIC LAGRAVIERE ist seit einigen Jahren ein Weingut, das unglaublich große Weine zu sehr moderaten Preisen offeriert. Die Bewertungen sind quer Beet seit vielen Jahren auf Traumniveau. Im Frühjahr hatten wir dann die Gelegenheit anlässlich eines Dinners in Bordeaux den 1916er MALARTIC LAGRAVIERE trinken zu dürfen. Und das war eines der ganz, ganz großen Weinerlebnisse. So reifte der Gedanke, zuerst Faßmuster aus dem Jahrgang 2016 zu verkosten, und zwar im Jahr 2016 und dann das Pendant aus dem Jahrgang 1916 als 100 Jahre alte Referenz daneben zu stellen. Die Anwesenden durften sich mächtig stolz schätzen, als wohl einer der ersten und lange vor allen Profis 2016er Faßmuster verkosten zu dürfen. Außerhalb von Bordeaux sind dies definitiv die ersten Faßmuster. Nur der Freundschaft zu Jean Jacques Bonnie haben wir dies zu verdanken. Er sendete uns 100% Merlot, 100% Cabernet Sauvignon und eine Cuvee mit 60% Cabernet und 40% Merlot. Derart junge Weine Anfang Dezember nach der Lese überhaupt mit Spaß verkosten zu können, sagt bereits viel über den Jahrgang aus. Ziehen Sie sich warm an, 2016 wird groß! 

Und dann kam der 1916er... Eine Farbe, eine Ausstrahlung, ein Wein wie von einem anderen Stern, 100 Jahre alt. Lesen Sie was Neil Martin auf Parkers Page zu seinen 96 Punkten notiert: 'Tasted at the Academie du Vin dinner, the 1916 Malartic-Lagravière is unequivocally one of most mesmerizing and moving Bordeaux wines that I have ever tasted. Donated directly from the château's cellar, one of but a handful remaining, the historical context alone confers history upon this, at the nadir of World War I, which must have rendered winemaking extremely difficult. Put that aside, if this bottle had been drinkable, I would have applauded. Instead, this century-old wine was much more than that. Clear in color, it showed impressive depth for its age. The bouquet is entrancing, almost Burgundy-like, more Côte de Nuits than Côte de Beaune with pure raspberry coulis, crushed strawberry and rose petal scents that showed far more vigor than I expected. The palate is soft and rounded, not a deep wine per se, yet generous with mulberry and red plum, Chinese five-spice and bay leaf. The tannins are lace-like, imparting this Malartic-Lagravière with elegance and grace. Astonishingly, instead of tapering down to a point, it actually revealed more depth on the finish and has an almost sumptuous texture. It is one of the jaw-dropping experiences, a multi-faceted wine that defies all preconceptions. Such is the beauty of old Claret. Tasted April 2016.' Wir haben dem nichts hinzuzufügen. Käfer servierte dazu eine dry aged Hochrippe aus dem Beefer mit Peperonata und gegrillter Zucchini.

 Flight 8

FLIGHT 8

Zu unserem Eigen-Käseimport, gereiftem Comte in zwei unterschiedlichen Reifestadien, 36 und 72 Monate, servierten wir drei grandiose Kalifornier aus dem nicht minder grandiosen Jahrgang 1996, immerhin auch schon 20 Jahre alte Weine: 1996 HARLAN ESTATE (THE WINEADVOCATE 98 Punkte), 1996 COLGIN CABERNET SAUVIGNON HERB LAMB VINEYARD (THE WINEADVOCATE 97 Punkte) und 1996 ABREU CABERNET SAUVIGNON MADRONA RANCH (THE WINEADVOCATE 98 Punkt). Vergleicht man jedoch diese drei Kalis mit gleichwertigen 96er Bordeauxs kann man nur anraten, zuerst an die Bordeauxbestände zu gehen. Alle drei Weine zeigten sich viel zu jung, da hätte auch langes Dekantieren nicht viel geholfen. Der HARLAN wie immer, mit Dichte, Exotik und unglaublicher Länge, der COLGIN mit dieser einzigartigen Kokosnote und dem irren Sex-Appeal und dann der extrem maskuline ABREU, ein Wein, wie eine in Fels gemeiselte Statue, gemacht für das ewige Leben. Man stellt sich angesichts dieser drei Giganten unweigerlich die Frage, wie alt man wohl sein wird, wenn diese drei Giganten einmal wie ein 71er MONTE BELLO schmecken werden. Das diese Weine einmal so werden steht jedoch außer Frage.

 

 Flight 9

FLIGHT 9

 

Nun kam das Finale mit drei Süßweinen zu den Weihnachtsplätzerln und dem Kletzenbrot: 1943 CHATEAU CAILLOU CREME DE TETE, 1949 CHATEAU LA TOUR BLANCHE und 1959 CHATEAU CAILLOU CREME DE TETE. Der 43er CAILLOU, ein Wein aus einem Kriegsjahrgang, schön nußig mit Marzipan und viel Schmelz. Der LA TOUR BLANCHE war sehr komplett mit dezenter Süße, beeindruckender Säure und hoher Viskosität, fiel aber gegen den CAILLOU fast ein klein wenig ab. Groß wieder der 59er CAILLOU, der sehr frisch wirkte, dabei eine irre Fülle und Power zeigte und super mit dem Weihnachtsgebäck harmonierte. In der Summe jedoch drei fantastische Exemplare Bordelaiser Süßweine. 

 

 

 

 

 

Unglaublich, der sehr kurzweilige Abend war auch schon wieder zu Ende. Wir hatten unglaublich großes Flaschenglück, eine ganz nette Gästegruppe und Weine, die nicht nur uns viel Spaß bereiteten. Es wird nicht einfach, das kommende Weihnachtstasting 2017 auf einem ähnlich hohen Niveau zu fahren, aber bis dahin ist ja noch ein klein wenig Zeit.


All dies war nur möglich Dank eines Teams, dass es an nichts mangeln ließ. Nahezu 1000 RIEDEL Gläser im Einsatz, mehr als 60 Flaschen und Magnums zu öffnen. Deshalb einen großen Dank an Sarah Adler, Andreas Wachter und unserem Neuzugang Enrico Spannenkrebs. Alle drei gute Freunde, äußerst wertgeschätzte Mitarbeiter und hochqualifizierte Servicekräfte, die bereits in vielen großen Sterne-Restaurants gewirkt haben. Vielen Dank! 

Am 09.12.2017 sehen wir uns wieder!