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Collin, Ulysse

Champagne

Terroir-Champagner aus dem Petit Morin

Mitten in der stillen, nahezu unberührten Landschaft der Coteaux du Petit Morin liegt das Dorf Congy – fernab der großen Prestige-Adressen der Champagne. Genau hier hat die Geschichte der Familie Collin ihren Ursprung. Bereits seit dem Jahr 1812 bewirtschaftet die Familie ihre Weinberge. Über Generationen hinweg entstand ein Fundament, das von handwerklicher Präzision, unternehmerischem Weitblick und großem Respekt vor dem Terroir geprägt ist. 

Heute zählt die Domaine Ulysse Collin zu den spannendsten und begehrtesten Adressen der Champagne. Die Champagner von Olivier Collin stehen für kompromisslose Herkunft, parzellenspezifische Vinifikation und eine Stilistik, die bewusst neue Wege geht. 

Collin, Ulysse

Die Geschichte der Familie Collin

Die Familie Collin baut bereits seit 1812 Wein in Congy an. Lange Zeit jedoch wurden die Trauben an große Häuser verkauft oder extern vermarktet. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs das Weingut unter dem Großvater von Olivier Collin auf beachtliche 18 Hektar an. Dieser setzte bereits früh auf einen für die Champagne ungewöhnlichen Ansatz: Seine Weine wurden konsequent in großen Holzfässern, sogenannten Demi-muids mit rund 600 Litern Fassungsvermögen, ausgebaut. 

Auch in der Vermarktung war er seiner Zeit voraus. Als erster Winzer des Dorfes begann er, seine Champagner selbst zu verkaufen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Zahlreiche Auszeichnungen beim renommierten Concours Général Agricole in Paris bestätigten die außergewöhnliche Qualität seiner Weine. 

Doch im Jahr 1987 kam es zu einem tiefen Einschnitt. Oliviers Vater verkaufte das Unternehmen und verpachtete Weinberge und Keller an ein namhaftes Champagnerhaus. Die Produktion eigener Champagner wurde eingestellt – eine traditionsreiche Geschichte schien zunächst beendet. 

  

Olivier Collin – der Neubeginn

Als junger Student führten Olivier Collins Wege zunächst ins Burgund. Diese Zeit sollte prägend werden. Die dortige Kultur der Einzellagen, der präzisen Terroirinterpretation und der Bedeutung von Mikroklimata faszinierte ihn nachhaltig. 

In dieser Zeit reifte ein Gedanke: Die Rebflächen der Familie zurückzuerlangen und eigene Champagner zu produzieren. 

Der Weg dorthin war lang und schwierig. Die verbliebenen etwa 8,7 Hektar Rebflächen waren langfristig an einen großen Negociant vergeben. Parallel zu seinem Jurastudium absolvierte Olivier deshalb ein mehrmonatiges Praktikum bei einem renommierten Champagnerproduzenten, um sich gezielt auf seine zukünftige Rolle vorzubereiten. 

Im Jahr 2003 gelang schließlich der entscheidende Schritt: Olivier konnte 4,5 Hektar der Familienweinberge zurückerhalten. 

Der Start war bescheiden. Ein alter Traktor, einige gebrauchte Burgunderfässer und eine klare Vision bildeten die Grundlage. Doch der Jahrgang 2003 war extrem heiß und kompliziert, sodass Olivier die gesamte Ernte verkaufte. 

  

Die ersten Champagner von Ulysse Collin

Im Jahr 2004 begann die eigentliche Geschichte von Ulysse Collin. 

Olivier vinifizierte erstmals Trauben aus einer 1,2 Hektar großen Parzelle mit rund 40 Jahre alten Rebstöcken – der Lage Les Pierrières. Daraus entstanden gerade einmal 4.500 Flaschen seines ersten Champagners. 

Bereits 2005 gelang es ihm, weitere 4,2 Hektar Familienweinberge zurückzuerhalten. Mit dem Jahrgang 2006 folgte der zweite Champagner: ein Blanc de Noirs aus der Lage Les Maillons nahe Sézanne. 

Mit dem Rückkauf der Weinberge erhielt Olivier zudem eine kleine Parzelle von 1,55 Hektar zurück. Diese liegt direkt hinter seinem Haus in Congy. Aus ihr entsteht bis heute in kleinster Auflage von rund 3.500 Flaschen jährlich der Champagner Le Jardin d’Ulysse, eine klassische Cuvée aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. 

Danach entwickelte sich das Portfolio schnell weiter. Es folgten unter anderem: 

  • Les Maillons RosĂ© de SaignĂ©e 

  • Les Roises 

  • Les Enfers 

Zwei historische, benachbarte Weinberge in Congy mit unterschiedlicher Ausrichtung, die jeweils ihren eigenen Charakter in die Champagner einbringen. 

 

Der Stil von Ulysse Collin

Olivier Collin verfolgt eine kompromisslose Philosophie: Jede Cuvée soll das jeweilige Terroir möglichst unverfälscht widerspiegeln. 

Die wichtigsten Grundsätze seines Stils: 

  • parzellenspezifische Vinifikation 

  • Ausbau im Holzfass 

  • Extra Brut mit minimaler Dosage 

  • ungeklärt und unfiltriert abgefĂĽllt 

Die Dosage liegt meist lediglich zwischen 1,7 und 2,4 g/l. 

Auffällig ist zudem, dass Olivier Collin bewusst keinen Jahrgang auf seinen Frontetiketten angibt. Dadurch möchte er sich maximale Freiheit in der Assemblage und im Ausbau bewahren. 

Auch dem Dogma des biodynamischen Weinbaus unterwirft er sich nicht vollständig. Für ihn steht die Gesundheit der Weinberge im Mittelpunkt – und damit auch die Freiheit, Entscheidungen unabhängig von ideologischen Vorgaben zu treffen. 

  

Die groĂźen Parzellenchampagner

Heute umfasst das Portfolio mehrere charakterstarke Parzellenchampagner. 

« Les Pierrières » ist ein Champagner von großer Finesse und Eleganz, der aus östlich ausgerichteten Weinbergen auf einem kühlen Terroir stammt. Der lehmige Boden dieser Parzelle ist karg und der freiliegende Kalkstein ist reich an schwarzen karbonathaltigen Feuersteinen, die für die Hänge des Petit Morin charakteristisch sind. Diese Besonderheit verleiht diesem Terroir eine ausgeprägte Mineralität in Verbindung mit einer optimalen Reife der Trauben. 

  

« Les Enfers » ist seit zwei Jahrhunderten eine historische Parzelle des Weinguts. Die etwa fünfzig Jahre alten Reben sind auf eisenhaltigem rotem Lehmboden gepflanzt und profitieren von einer Ausrichtung zur aufgehenden Sonne. Der lehmige Boden ist hier 80 cm tief und die weiche Kreide aus dem Campanium vermischt sich mit schwarzen Feuersteinkernen. 

Eine Mindestreifung von 60 Monaten auf der Hefe (nach der Abfüllung) sorgt für einen Champagner von großer Vollkommenheit. Diese Parzellen-Cuvée wurde mehrfach von Robert Parkers unabhängiger Zeitschrift Wine Advocate mit 100/100 Punkten bewertet. 

  

« Les Roises » ist ebenfalls eine historische Parzelle, die an die „Enfers“ angrenzt. Diese alten Reben aus Congy sind stolze 75 Jahre alt. Sie wurden durch Massenselektion gepflanzt. Die geringen „burgundischen“ Erträge in Verbindung mit der Südlage ermöglichen die Herstellung von Champagnern mit einer außergewöhnlichen Konzentration und einem einzigartigen Geschmack. 

Auch diese Cuvée erhielt 100/100 Punkte vom Wine Advocate. 

 

« Le Jardin d’Ulysse » ist eine besondere Cuvée aus der Produktion des Weinguts. 

Die Weinberge liegen im Herzen des Dorfes Congy, genauer gesagt auf dem Grundstück, nur wenige Meter vom Weinkeller und dem Familienhaus entfernt. Diese Parzelle wird gemeinhin und seit jeher „Le Clos” genannt. Sie ist zum Teil nach Norden (70 %) und zum Teil nach Süden (30 %) ausgerichtet. Es ist die einzige Parzelle, die mit den drei wichtigsten Rebsorten (Chardonnay, Pinot Noir und Meunier) bepflanzt ist. Jede Besonderheit dieser Parzelle trägt zur ursprünglichen Handschrift der Cuvée bei. Eine Mindestreifung von 72 Monaten auf der Hefe nach der Abfüllung verleiht ihr eine perfekte Ausgewogenheit. 

 

« Les Maillons » ist eine Parzelle an den Hängen des Sézannais, einem sonnigeren Terroir als die Hänge des Petit Morin. Wir beginnen die Weinlese immer mit dieser Parzelle Pinot Noir, deren durchschnittlicher Reifegrad in den letzten zehn Jahren bei etwa 11,2 ° lag. Auch wenn diese 1971 angelegte Parzelle nach Osten ausgerichtet ist, sind die Trauben immer schmackhaft und die Weine behalten die Vorteile dieser Ausrichtung in Bezug auf Finesse und Textur am Gaumen. Der Boden ist 80 cm tief, lehmig und eisenhaltig. Das Muttergestein besteht hier aus reiner, weicher Kreide aus dem Campanien, Eigenschaften, die perfekt zum Ausdruck dieses großartigen Pinot Noir (100 %) aus der Champagne passen. 

  

Le Rosé de Saignée des « Maillons » ist eine Cuvée, deren Trauben aus derselben Parzelle stammen wie die des Blanc de Noirs. Ein bestimmter Teil der Parzelle ist für die Produktion dieser Cuvée reserviert, um eine höhere phenolische Reife und geringere Erträge für eine natürliche Konzentration der Aromen im Sinne der burgundischen Tradition zu erzielen. Die Mazeration dauert je nach Jahrgang zwischen 24 und 36 Stunden, um das Wesentliche der Trauben in perfektem Gesundheitszustand zu extrahieren. Die Produktion von Rosé de Saignée ist in der Champagne sehr gering, und Les Maillons sind mit einer Reifung auf der Hefe von 60 Monaten nach der Abfüllung die Referenz in diesem Bereich. Es ist ein großartiger Rosé-Champagner für die Gastronomie. 

  

Der internationale Durchbruch

Der endgültige Durchbruch gelang Olivier Collin, als zwei seiner Cuvées im März und September 2021 mit den begehrten 100 Punkten von Dr. William Kelley ausgezeichnet wurden. 

Schon zuvor hatte das Weingut regelmäßig Höchstbewertungen erhalten, doch diese Bewertungen lösten weltweit enorme Aufmerksamkeit aus. Die Nachfrage nach den Champagnern von Ulysse Collin vervielfachte sich schlagartig. 

Heute produziert Olivier Collin auf rund 5,3 Hektar etwa 50.000 Flaschen jährlich, obwohl er inzwischen wieder insgesamt 8,7 Hektar besitzt. Ein beachtlicher Teil der Trauben wird weiterhin verkauft – bewusst, denn für ihn steht Qualität klar über Quantität. 

 

Eine der begehrtesten Adressen der Champagne

Innerhalb von nur zwei Jahrzehnten hat Olivier Collin erreicht, wofür andere Generationen benötigen. Seine Champagner verbinden burgundische Präzision mit der einzigartigen Identität der Champagne. 

Mit langen Reifezeiten von teilweise bis zu 72 Monaten, minimaler Dosage und streng parzellenbezogener Vinifikation entstehen Champagner von außergewöhnlicher Individualität. 

Die Produktion bleibt bewusst klein, die Nachfrage weltweit enorm. 

Die Champagner von Ulysse Collin zählen heute ohne Zweifel zu den rarsten und begehrtesten Abfüllungen der Champagne. 

 

 

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