"Kein Petit Verdot, kein Cabernet Sauvignon, kein Carmenère! Der Ausone 2003 besteht aus nur zwei Rebsorten. Nicht verwendet hat Alain Vauthier dieses Jahr den Petit Verdot (Produktion 2´500 l), den Cabernet Sauvignon (Produktion 1´500 l) und den Carmenère (Produktion 225 l). Den Löwenanteil im Grand Vin liefert der Cabernet Franc mit 55 %, welcher am 24. und 25. September mit einem potentiellen Alkoholgehalt von 14,1 bis 14, 8 % Vol. gelesen wurde. Mit 45 % ist der Merlot vertreten. Dessen Werte lagen bei 13,6 bis13,8 % Vol. und geerntet wurden diese beiden Lots am 12. resp. am 17. September. Der Ertrag der gesamten Produktion lag bei durchschnittlich 29 hl/ha. 03: Tiefes, dichtes Purpur mit lila und violetten Reflexen. Traumhaftes Bouquet; reife Pflaumen, Brombeeren, Kirschen, Kaffee und eine dunkle Terroirnote, obwohl der Wein eine Cabernet Franc-Dominanz hat, überwiegen die enorm reifen, fast überschwappenden Fruchttöne, dahinter viel Schwarzteenoten. Im Gaumen cremig, saftig, mit ganz feinen, jedoch dichten Gerbstoffen, bleibt blaubeerig, keine Spur von überreifen Früchten, sondern alles top-reif und mit einer genialen Frische ausgestattet, sauberer, stoffiger Ausone mit einem Potential von 50 Jahren, was aber auch bedeutet, dass er vielleicht nicht Lust hat, früh gefällig zu wirken. (19/20). 08: Dunkles Granat, mit rubiner Rand. Delikates, hoch feiner Beerenbouquet, eine verspielte Süsse die mitspielt, Kokos, Veilchen, reife Pflaumen und Edelhölzer. Im Gaumen zart, wunderschön balanciert, parfümierte Fruchtnoten, ein Tanz zwischen roten und blauen Beeren, fein stoffig, kein Bulldozer, dafür aber eine Delikatesse. (19/20). 12: 2003 Château Ausone: Mitteldunkles Granat, im Prinzip vielleicht etwas zu wenig Tiefe anzeigend. Heisses Bouquet, kompottige Ansätze, in der präsenten Süsse auch sofort viel Würze vermittelnd, wirkt unlogisch trocken (verschlossen?). Im Gaumen spürt man dann die Ursache des nasalen Problems; der Wein ist enorm konzentriert, auch hier wirken die Tanninen mehlig-trocken und fast etwas spröde und blockieren so die Evolution dieses mittlerweile fast 10jährigen Ausone’s. Wirkt unfertig und muss sich in den folgenden Jahren noch gewaltig beweisen, wenn er seine vorgegebenen Punkte redlich verdienen will. Er wird sich ganz langsam entwickeln. Also ist viel Geduld gefragt. Irgendwie scheint er ein Pendant zu seinem eigenen 1948er zu sein. Momentan: 18/20. 16: Mitteldunkles Granat. Rosiniges, dichtes Bouquet, Earlgreytee, Amarenakirschen, Pumpernickelbrot, dunkles Caramel. Eine süsse Cabernet-Franc-Orgie in der Nase zeigend. Im Gaumen reich, üppig, im Innern pfeffrig, eine Mega-Konzentration aufweisen, Aromenpower ohne Ende im Finale. Das wird ein Nachfolger von früheren legendären Jahrgängen. Trotz dem extrem heissen Jahr ein legendärer Ausone. Er kam, Als Tischwein, direkt aus dem Châteaukeller zum Diner. Und der war nur gerade 50 Meter Luftlinie entfernt. Im Moment ist da keine grosse Reue vorhanden, wenn man ihn (vielleicht zu früh?) schluckt." Trinkreife: 2018-2050.