Die optimale Luftfeuchtigkeit für das Lagern von Wein
Trockene Kellerräume mögen zwar für manche Zwecke ideal sein, sind jedoch für die langfristige Lagerung von Wein nicht geeignet. Obwohl die Luftfeuchtigkeit am Lagerort eines Weines keinen direkten Einfluss auf dessen Reifung hat, spielt sie dennoch eine wichtige Rolle. Es geht primär darum, den Korken feucht genug zu halten, um ein Austrocknen und somit ein undicht werden zu verhindern. Ein ausgetrockneter Korken kann dazu führen, dass Luft in die Flasche eindringt und der Wein oxidiert, was im schlimmsten Fall sogar zum Auslaufen des eines führen kann.
Zu hohe Luftfeuchtigkeit im Weinlager ist ebenfalls nicht wünschenswert, da sie Schimmelbildung auf Kartonverpackungen, Etiketten und Korken begünstigen kann. Dies wird jedoch meist durch stehende, feuchte Luft verursacht, nicht allein durch hohe Luftfeuchtigkeit. Daher ist regelmäßiges Lüften des Weinlagerraums zur Vermeidung von stehender Feuchtigkeit von großer Bedeutung.
Bei Messwerten, die deutlich von der Norm abweichen – optimal sind mindestens 65 Prozent Luftfeuchtigkeit –, sollte über Gegenmaßnahmen nachgedacht werden. Oft ist kein teures Klimagerät notwendig. Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit kann beispielsweise Wasser auf Tuffstein Abhilfe schaffen. Bei konstant hoher Feuchtigkeit sind die Gegenmaßnahmen allerdings aufwendiger.
Sollte man die Flaschen stehend oder liegend lagern?
Die Frage, ob Weinflaschen liegend oder stehend gelagert werden sollten, hängt von der Art des Verschlusses und der Weinart ab. Für Weine, die mit einem Naturkorken verschlossen sind und über längere Zeiträume gelagert werden, ist die liegende Lagerung empfehlenswert. In dieser Position bleibt der Korken durch den Wein feucht und damit luftundurchlässig. Dies verhindert ein Austrocknen und porös
werden des Korkens, wodurch der Wein vor Oxidation geschützt wird.
Bei Weinen mit Synthetikkorken, Glaskorken, Schraubverschluss oder Drehverschluss gibt es weniger Einschränkungen. Diese Verschlussarten, die teilweise aufgrund der Korkknappheit und zur Minimierung von einfehlern eingeführt wurden, erlauben sowohl die liegende als auch die stehende Lagerung. Es ist jedoch zu beachten, dass Weine mit diesen Verschlüssen oftmals nicht für eine sehr lange Lagerung konzipiert sind – ausgenommen sind jene mit hohem Reifepotential.
Besonderes Augenmerk sollte auf die Lagerung von Schaumwein gelegt werden. Im Gegensatz zu stillen Weinen sollte Schaumwein stehend gelagert werden. Diese Art der Lagerung minimiert die Oberfläche des Weines und somit den Kohlensäureverlust. Die aufsteigende Kohlensäure hält den Korken ausreichend feucht, um ihn geschmeidig zu halten.