
Chateau Lafite Rothschild
Pionier des Luxusweins aus Pauillac
MICHELIN Sterne gehören seit 100 Jahren zu den bedeutendsten Auszeichnungen der internationalen Gastronomie. 1926 wurde erstmals ein Restaurant mit einem MICHELIN Stern ausgezeichnet. Seitdem entwickelte sich das System zu einer weltweit bekannten Referenz für gastronomische Spitzenleistungen.
2026, genau 100 Jahre später, überträgt der MICHELIN Guide dieses Prinzip erstmals auf die Welt des Weins: Mit den MICHELIN Grapes werden herausragende Weingüter ausgezeichnet. 84 Weingüter wurden aufgenommen, 63 erhielten eine, zwei oder drei Michelin-Trauben. Neun davon die Höchstauszeichnung. Eine Auswahl, die definitiv für Gesprächsstoff sorgt.
Die Bewertung reicht von einer bis zu drei MICHELIN Trauben, sowie die Kategorie Selected die Teil der Auswahl sind, jedoch keine MICHELIN Traube tragen.
Im Mittelpunkt steht dabei jedoch nicht die Bewertung eines einzelnen Weins oder eines einzelnen Jahrgangs. Betrachtet wird die Leistung eines Weinguts über mehrere Jahrgänge hinweg.

Michelin-Trauben für Weingüter. Was bedeutet diese neue Auszeichnung jetzt für die Weinwelt?
Besonders auffällig: In Bordeaux wurden neun Weingüter mit der Höchstwertung von drei MICHELIN Trauben ausgezeichnet. Unter den fünf Premier Crus der Klassifikation von 1855 befindet sich nur eines in dieser höchsten Kategorie.
Gleichzeitig werden auch Châteaus ausgezeichnet, die häufig weniger im Rampenlicht stehen. Michael Unger nennt beispielsweise Château Branaire-Ducru, das eine MICHELIN Traube erhalten hat.
Für Michael Unger ergeben sich daraus vor allem spannende Fragen: Werden die MICHELIN Trauben künftig Einfluss auf die Preisgestaltung, Distribution oder das Marketing der Weingüter nehmen? Und werden Weinliebhaber die neue Auszeichnung bei ihrer Kaufentscheidung berücksichtigen?
Noch steht das System ganz am Anfang.
Und die entscheidende Frage bleibt: Würden drei MICHELIN Trauben Ihre Kaufentscheidung beeinflussen?
Die höchste Auszeichnung. Sie steht für Produzenten, deren Qualität, Identität und Beständigkeit sie an die Spitze ihrer Region stellen.
Nur neun Weingüter erhalten bei der ersten Bordeaux-Auswahl die Höchstwertung von drei MICHELIN Trauben.
Château Lafite Rothschild – Pauillac
Château Léoville Las Cases – Saint-Julien
Château Montrose – Saint-Estèphe
Petrus
Château La Conseillante
Château Lafleur
Château Cheval Blanc
Château-Figeac
Château d'Yquem
Neun Châteaux, die nach Einschätzung des MICHELIN Guide aktuell die Spitze seiner Bordeaux-Auswahl bilden.
Produzenten mit herausragender Qualität, die innerhalb ihrer Region und ihrer Vergleichsgruppe besonders hervorstechen. Die Kategorie mit zwei MICHELIN Trauben ist nicht weniger prominent besetzt.
Château Mouton Rothschild
Château Margaux
Château Palmer
Château Pichon Longueville Baron
Château Pichon Longueville Comtesse de Lalande
Château Pontet-Canet
Château Haut-Brion
Château La Mission Haut-Brion
Les Carmes Haut-Brion
Château Angélus
Château Ausone
Château Canon
Château Troplong Mondot
Château Beau-Séjour Bécot
Vieux Château Certan
Bereits diese Auswahl zeigt, wie unabhängig MICHELIN von bestehenden Bordeaux-Klassifikationen bewertet.
Sehr gute Produzenten mit charaktervollen Weinen und einer klar erkennbaren Identität. Auch unter den mit einer MICHELIN Traube ausgezeichneten Produzenten befinden sich zahlreiche renommierte Namen Bordeaux'.
Dazu zählen unter anderem:
Château Lynch-Bages
Château Grand-Puy-Lacoste
Château Clerc Milon
Château Cos d'Estournel
Château Calon Ségur
Château Rauzan-Ségla
Château Giscours
Château Branaire-Ducru
Château Léoville Barton
Château Haut-Bailly
Domaine de Chevalier
Château Smith Haut Lafitte
Château L'Evangile
Le Pin
Château Trotanoy
Gerade hier könnte die neue Auszeichnung besonders interessant werden. Sie rückt Produzenten ins Blickfeld, deren aktuelle qualitative Entwicklung möglicherweise nicht vollständig durch historische Klassifikationen abgebildet wird.
MICHELIN Selected
Darüber hinaus empfiehlt der MICHELIN Guide weitere Weingüter, die Teil seiner Auswahl sind, jedoch keine MICHELIN Traube tragen.
Diese Frage lässt sich 2026 noch nicht beantworten. Die Parallele zu den MICHELIN Sternen liegt nahe. In der Gastronomie kann eine Auszeichnung enorme Auswirkungen auf Wahrnehmung, Nachfrage und Reputation eines Restaurants haben. Ob sich ein ähnlicher Effekt bei Weingütern entwickeln wird, bleibt abzuwarten.
Denkbar sind Auswirkungen auf:
Nachfrage und internationale Wahrnehmung
Preisgestaltung
Distribution und Allokationen
Marketing der Weingüter
Interesse von Sammlern
Gerade bei Produzenten, die bislang weniger im internationalen Rampenlicht standen, könnte eine MICHELIN Traube zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugen.
Der Start sorgt jedenfalls bereits für Diskussionen.
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