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Wie wir bei Unger Weine verkosten

Das Verkosten von Wein ist weit mehr als blo√ües Trinken, es ist ein umfassendes Sinneserlebnis. ¬†Sowohl passionierte Weinkenner als auch Gelegenheitsgenie√üer praktizieren es. Wir bei Unger Weine verkosten nahezu t√§glich Weine f√ľr Sie:

Inhalt:

Was genau umfasst die Kunst der Weinverkostung? Was beobachtet man dabei genau? Was verraten Geruch und Geschmack √ľber den Wein? Und welche Schl√ľsse lassen sich aus diesen Eindr√ľcken ziehen? All diese Fragen beantworten wir im Folgenden detailliert.

Wein verkosten - Vorbereitung

F√ľr ein erfolgreiches Verkostungserlebnis sind zun√§chst grundlegende Faktoren wie ad√§quate Beleuchtung im Verkostungsraum oder die Auswahl des richtigen Weinglases von Bedeutung. Auch frisch geputzte Z√§hne (Achtung, Minzgeschmack!) oder der Rauch einer k√ľrzlich konsumierten Zigarette k√∂nnen die Geschmackswahrnehmung negativ beeinflussen. Um den Gaumen zwischendurch zu neutralisieren, eignen sich Wasser und neutrales Brot als ideale Begleiter. Zudem empfiehlt es sich, das Glas vor der Verkostung mit etwas Wein zu schwenken ("viniert"), um eventuelle R√ľckst√§nde von Sp√ľlmitteln zu entfernen.

Der Wein selbst soll nat√ľrlich auch gem√§√ü den Empfehlungen vorbereitet werden. Dazu z√§hlt unter anderem das Dekantieren sowie das korrekte Temperieren des Weins. In der Regel werden Wei√üweine und Ros√©s etwas k√ľhler serviert als vollmundige und aromatische Rotweine. Jetzt k√∂nnen Sie bestens vorbereitet in die Verkostung gehen.

Optischer Eindruck

Die Farbe des Weins ist der erste Eindruck, den man von ihm bekommt. Gießen Sie sich einen angemessenen Schluck Wein ein und halten Sie das Glas am Stiel oder Fuß, um zu vermeiden, dass sich der Wein durch die Körperwärme erwärmt. Neigen Sie anschließend das Glas leicht, damit der Wein zur Seite läuft. Der visuelle Effekt stellt sich am besten ein, wenn Sie das Glas vor einen weißen Hintergrund halten. An diesem Punkt sollten Sie die Gelegenheit nutzen, die folgenden vier Kriterien näher zu betrachten und in Ihre Verkostungsnotiz mit aufzunehmen:

  • Klarheit:¬†klar - transparent - matt - tr√ľb
  • Farbtiefe:¬†blass - mittel - intensiv
  • Farbton
  • Eindr√ľcke wie Schlieren/Kirchenfenster

Geruch

Nach der visuellen Pr√ľfung folgt das Begutachten des Bouquets des Weins mit der Nase. Dazu schwenken Sie das Glas kurz und energisch, um anschlie√üend die Nase tief ins Glas zu halten. Das Schwenken verst√§rkt das Aroma und macht es greifbarer. Ein tiefer und gleichzeitig kurzer Zug durch die Nase vermittelt einen ersten Eindruck der Duftvielfalt. ¬†Welche Aromen sind wahrnehmbar? Zeichnet sich der Wein durch fruchtige, w√ľrzige oder pflanzliche Nuancen aus? Welche spezifischen Aromen lassen sich identifizieren? Es ist durchaus sinnvoll, ein wenig zu warten und den Wein nach einer kurzen Entwicklungszeit im Glas erneut zu riechen.

Beim Geruchseindruck können folgende Eigenschaften als Orientierungshilfe dienen:

  • Entwicklungsstadium: Befindet sich der Wein in einem jugendlichen Zustand, zeigt er erste Reifenoten, ist er vollst√§ndig gereift, √ľberreif, wirkt er m√ľde oder gar oxidativ?
  • Reint√∂nigkeit: Ist der Wein sauber oder weist er Unsauberkeiten auf (z.B. Korkschmecker)?
  • Intensit√§t: Wie stark ist der Geruch ausgepr√§gt? Variiert er von gering √ľber dezent und mittel bis hin zu stark und aufdringlich?
  • Aromen/Geruchskomponenten: Orientieren Sie sich hierbei am Aromarad, um eine erste grobe Einordnung der wahrgenommenen Aromen vorzunehmen (z.B. fruchtig, blumig, w√ľrzig, pflanzlich, holzig, Erdt√∂ne etc.).

Das Können, die Aromen eines Weins herauszuschmecken, bedarf Übung, lässt sich jedoch sehr gut trainieren. Dabei ist insbesondere das bewusste und regelmäßige Riechen von großer Bedeutung.

Geschmack

Jetzt geht es zum aufregenden Teil der Weinverkostung: der Geschmack. Bei dieser Phase werden verschiedene Aspekte des Weins nacheinander betrachtet. Zun√§chst wird der Wein geschl√ľrft, um ihn dann eine Weile im Mund zu behalten. W√§hrenddessen wird er mehrfach mit der Zunge "durchgekaut", um die vielschichtigen Aromen und Geschmacksnuancen vollst√§ndig zu erfassen. Abschlie√üend wird der Wein in der Regel ausgespuckt, um eine objektive Bewertung mehrerer Weine hintereinander zu erm√∂glichen.

Die Grundfrage nach trocken oder nicht trocken l√§sst sich meist recht einfach kl√§ren. Anschlie√üend r√ľckt der S√§uregehalt des Weines in den Fokus: Ist dieser eher niedrig oder hoch? Harmoniert die S√§ure gut mit den anderen Geschmackskomponenten, oder wirkt sie m√∂glicherweise spitz und aggressiv? Der S√§uregehalt l√§sst sich besonders gut an den Seiten der Zunge feststellen, wo sich ein leicht pelziges Gef√ľhl einstellen kann, was auf einen h√∂heren S√§uregehalt hindeutet.

Bei Rotweinen widmet man sich dann den Tanninen oder Gerbstoffen. Sind diese eher schwach oder stark ausgepr√§gt? F√ľhrt der Wein zu einem zusammenziehenden, pelzigen oder gar austrocknenden Gef√ľhl im Mund, ist dies ein Indiz f√ľr einen hohen Tanningehalt. Tannine finden sich in den Schalen, Kernen und Stielen der Trauben. Bei roten Trauben sind sie in der Regel st√§rker vertreten, was die Tannine bei Rotweinen deutlicher hervortreten l√§sst. Auch der Ausbau in Holzf√§ssern kann zur Bildung von Tanninen beitragen. Generell verleihen Tannine dem Wein Struktur und ein gutes Lagerpotenzial, da sie Sauerstoff binden und so die Aromen im Wein konservieren.

Eine Auflistung der Geschmackskriterien:

  • S√ľ√üegrad: kann von trocken √ľber halbtrocken und halbs√ľ√ü bis hin zu s√ľ√ü und √ľppig s√ľ√ü variieren.
  • S√§uregrad: reicht von niedrig, mild, √ľber mittel bis hin zu markant, rassig, spitz und aggressiv.
  • Tanningehalt: zeigt sich in Abstufungen von wenig, dezent, mittel, fest, gerbstoffreich bis hin zu adstringierend, was ein Austrocknen und Zusammenziehen der Mundschleimhaut sowie ein pelziges Gef√ľhl auf der Zunge bewirkt.
  • Alkohol: kann von leicht √ľber mittel bis kraftvoll und brandig reichen.
  • Intensit√§t: wird beschrieben als gering, dezent, mittel, ausgepr√§gt bis aufdringlich.
  • Abgang: kann als kurz, mittel oder lang eingestuft werden.

Diese Kriterien helfen dabei, einen Wein in seiner Gesamtheit zu beurteilen und seine Charakteristika besser zu verstehen.

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